Brücken-Projekt

Projektidee
Das Brückenprojekt ist unser aktuelles Grossprojekt, das wir im Herbst 2012 vollenden möchten. Die Primarschule Phembane liegt hinter einem Sumpfgebiet und viele Schüler, Arbeiter, Fischer und Frauen, die Wasser transportieren, gehen jeden Tag durch den Sumpf, um nicht den weiten Umweg um den Sumpf herum auf sich nehmen zu müssen. In der Trockenzeit ist der schmale Pfad problemlos zu benützen, aber sobald etwas Regen fällt, gelangt niemand mehr trockenen Fusses auf die andere Seite, was aus hygienischer Sicht verheerend ist. Bei starkem Regen steht das Wasser gar auf Oberschenkelhöhe und höher. Für Kinder ist der Sumpfpfad dann unpassierbar. In Form einer Brücke oder eines Dammes soll ein ca. 200 Meter langer Bau die Überquerung des Sumpfes vereinfachen. Dabei darf der Sumpf aber nicht “verletzt” werden: Das Sumpfgebiet ist ein wichtiger Wirtschaftszweig und Lebensader der lokalen Bevölkerung. In den Randgebieten werden Lebensmittel wie Manioka, Bananen und Papaya angepflanzt und das Schilf wird als Baumaterial für Wände und Dächer genutzt. Eine Trockenlegung käme deshalb nicht in Frage.

Vorbereitungen und Meinungsumfrage
Drei Ingenieurstudenten aus England erarbeiteten im Rahmen einer Projektarbeit im Jahr 2010 ein Realisierungskonzept und reisten nach Tofo, um die Situation vor Ort einzuschätzen. Zusammen mit Jan inspizierten sie den Sumpf und nahmen Bodenproben von Sand und von Zementsteinen. Zudem wurden einige Anwohner nach ihrer Meinung zum Projekt befragt, so der Schuldirektor, der Provinzdirektor des Schulwesens Inhambane und einige weitere Locals. Alle stimmten dem Projekt zu und sind überzeugt, dass eine solche Brücke den Menschen in der Region ihren Alltag sehr erleichtern würde.
Ihre Erlebnisse und die Umfrage haben die drei Studenten in einem Film zusammengetragen, der hier zu sehen ist:

Projektkosten und Finanzierung
Die Kosten für den Bau der Brücke belaufen sich nach Jans berrechnungen und Plänen auf ungefähr sFr. 40’000 und beinhalten Material, Maschinen, Transporte und Löhne für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Unser Verein versucht, dieses benötigte Geld zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2011 haben wir hierfür grosszügige Unterstützung erhalten: Neben den Spenden unserer Gönnerinnen und Gönner freuten wir uns einerseits über sFr. 5’000, die aus der “Engel”-Aktion der röm kath. Kirche in Möhlin resultierte und andererseits über einen Beitrag von sFr. 5’000 vom Gemeinnützigen Frauenverein Möhlin. Eine grossen Beitrag hat die Juseso Fricktal geleistet: Sie stellten im 2011 ihre Jugendarbeit unter das Motto „Helfen hilft!“ und haben zusammen mit den Jugendlichen sage und schreibe sFr. 22’244.15 gesammelt, die sie vollumfänglich unserem Projekt zugute kommen lassen.

Teststück der Brücke
Ende Jahr 2011 hat Jan zusammen mit acht Arbeitern ein Teststück aufgestellt. Anhand dieses Brückenstückes wird nun beobachtet, wie sich Holz und Konstruktion im feuchten, weichen Sumpfboden verhalten. Sie arbeiteten sechs Tage an dieser Konstruktion, schälten die Sambiri-Hölzer, gossen Betonblöcke und schütteten Sand auf. Der Wasserspiegel war tiefer als üblich, was für den Bau ideal war. So konnten sie tiefer graben als angenommen und die Fundamente tiefer im Boden verlegen, was für die Stabilität des Baus förderlich ist. Gearbeitet wird mit einheimischen Hölzern, den sogenannten Sambiri, und mit Tannenholz aus Malawi.

Mehr Bilder vom Bau des Brückenstücks gibt es in der Galerie.