Brücken-Projekt

ES IST GESCHAFFT! DIE BRÜCKE ÜBER DEN SUMPF IST FERTIG! | Dezember 2012
Was für ein Weihnachtsgeschenk: Ein grosses Projekt, das sich insgesamt über vier Jahre hinzog und das Unterstützung von allen möglichen Seiten und sehr viel persönlichen Einsatz forderte, ist fertiggestellt. Die Brücke ist nun nicht nur begehbar, sie passt sich auch perfekt in die Umgebung ein und die rund um den Sumpf ansässige Bevölkerung ist stolz und überglücklich.
Wir gratulieren Jan, der zusammen mit seinem Team, das sich aus lokalen Arbeitern zusammensetzte, dieses grossartige Werk möglich gemacht hat. Mit unendlich viel Engagement und langem Atem und Durchhaltewillen wurde diese Vision Wirklichkeit. Von Herzen vielen Dank auch an Euch alle, die Ihr dieses Projekt finanziell, mit mutmachenden Worten und guten Gedanken begleitet habt.

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Die Einweihung wurde am vergangenen Dienstag, 18. Dezember 2012 gefeiert. Hier ein kurzer Erlebnisbericht von Jan:
„Nachdem der Bau der Brücke erfolgreich abgeschlossen werden konnte, sollte auch die zeremonielle Einweihungsfeier ein riesen Erfolg werden. Eigentlich war zu Beginn ein Fest für die am Bau beteiligten Arbeiter und die Dorfältesten geplant, jedoch blieb es nicht bei diesen, denn die Eröffnung der Brücke durch den Provinz-Vorsteher zog ganz viele Leute aus der Umgebung an. Den Leuten bot sich nämlich nun auch gleich die Gelegenheit, ihre Anliegen dem lokalen Verwalter direkt mitzuteilen und sie trugen ihre Bedürfnisse – den Ausbau für die Versorgung mit Trinkwasser, Elektrizität, eine Sekundarschule und eine nahegelegene Klink – vor.
Jedenfalls wurde ein grosses Fest gefeiert und anstatt 30 waren es letzten Endes weit über hundert Festteilnehmerinnen und -teilnehmer. Das entstandene Wirrwarr ist kaum zu beschreiben; besonders das Verteilen des Essens wurde zu einer organisatorischen Herausforderung, die einiges an Improvisation erforderte. Ich für meinen Teil verzog mich irgendwann zu meinen Arbeitern, die derweil bereits auf der Brücke beim gemeinsamen Essen sassen und überliess die Festgesellschaft ihrem Schicksal. Am Ende dieses Tages gingen alle fröhlich und zufrieden ihres Weges – der natürlich über die Brücke führte.“

Fotos von der Einweihungsfeier gibt es hier!

Ein besonderes Dankeschön geht an die Juseso Fricktal, die mit der Spendenaktion “Helfen hilft” einen entscheidenden Beitrag zur Verwirklichung dieses Projekts geleistet hat!

Letzter Schliff | News November 2012

Die Arbeiten an der Brücke neigen sich dem Ende zu. Bei hochsommerlichen Temperaturen und in der prallen Sonne wurde unter dementsprechend nicht gerade einfachen Arbeitsbedingungen hart gearbeitet. Die Mühe hat sich gelohnt: Wir liegen gut in Zeit, im Budget und was am wichtigsten ist: Die Menschen sind begeistert von ihrem Bauwerk. An und auf der Brücke sind den ganzen Tag über Leute anzutreffen und für die Kinder ist auch ein Platz zum Spielen entstanden. Wird die Brücke in Zukunft neben nützlichem Bauobjekt also auch ein Ort der Begegnung, des Austausches werden? Ein Ort wo man sich trifft und Neuigkeiten austauscht? Wir werden sehen. Noch ist sie ja noch nicht ganz fertig, aber bereits jetzt ist sie wunderschön! 🙂
Wenn dann das Auto wieder zum Laufen, oder besser gesagt zum Fahren gebracht wird, kehrt Jan aus Südafrika auf die Baustelle in Tofo zurück und verpasst der Brücke den letzten Schliff. Wir freuen uns auf nächste News.

Mehr Fotos vom Stand November 2012 gibt es HIER!

Halbzeit! Mitte Oktober 2012


Die Hälfte ist geschafft! Bereits hat unsere Brücke am einen Ende des Sumpfes am Ufer angedockt und wird nun von der Mitte her der anderen Seite entgegenwachsen. Nach rund zwei Monaten Arbeit ist nun das Bauwerk zur Hälfte fertiggestellt. In voraussichtlich vier bis fünf Wochen wird das Werk vollendet sein und eingeweiht werden können. Die Arbeiten laufen sehr gut, berichtet Jan, der täglich zur Baustelle fährt und Transporte erledigt (etwa 8 mal pro Tag fährt er zwischen der Baustelle und der Stadt Inhambane oder dem Dorf Tofo hin und her, um Material zu besorgen). Die Arbeiter sind sehr selbständig bei der Arbeit und die Anwohnerinnen und Anwohner – allen voran die Kinder – freuen sich sehr über die aufregende Architektur auf ihrem täglichen Weg.
Was für ein schöner Anblick!

Hier gibt’s noch mehr Fotos!

Bald in der Hälfte… Oktober 2012

Es geht vorwärts im Sumpf von Tofo und mit jedem Tag wächst die Brücke ein Stück. Mittlerweile ist fast die Hälfte fertiggestellt. Im Grossen und Ganzen gab es bislang keine grösseren Probleme, ausser einem Diebstahl – nachts wurden zwei Bretter abgeschraubt. Die Polizei wurde eingeschalten und ein Medizinmann sprach nun dem Bauwerk seinen Segen aus, damit es niemand mehr wagen soll, sich an der Brücke zu vergreifen… Es wird sich zeigen, wie gut dies klappt.

Hier gehts zu den neuesten Fotos!

Spatenstich! News zum Brückenprojekt September 2012

Mit einer Zeremonie wurde der Boden geweiht, so dass das Bauwerk auf gutem Grund stehen möge.

In den vergangenen zwei Wochen wurden die Vorbereitungen für den Brückenbau intensiviert und Jan schleppte mit seinen Arbeitern fleissig Sambiris hin und her, goss die Fundamente und montierte Armierungseisen. Auch nicht fehlen durfte ein feierlicher Spatenstich: In Mozambique gestaltet sich dieser Brauch so, dass in einer Zeremonie der Boden geweiht und verdankt wird – und kräftig begossen mit Sura (Kokosnussbier).
Unser Schweizer Freunde Florian, Mirjam und drei weitere Kolleginnen und Kollegen sind gut in Tofo angekommen und nehmen nun teil und helfen fleissig mit beim Brückenbau.

Zudem steigt in Tofo zeitgleich mit der Möhliner Benefizparty am 14. September 2012 ein Fest, für das wie hier so auch in Tofo die Vorebreitungen auf vollen Touren laufen. Wenn also auf der Allmend in Möhlin die Bands aufspielen, werden auch die Leute einige Breitengrade weiter südlich von hier in Tofo Mozambique miteinander auf die Brücke anstossen.

Hier gibts Fotos von den Vorbereitungen und der Zeremonie!

Aller Anfang ist schwer – News zum Brückenprojekt August 2012

Den Auftakt zum Brückenbau hat sich unser Bauleiter und Vereinspräsi Jan bestimmt anders vorgestellt. Tatsächlich lief es nicht gerade glatt, als er zu Beginn dieses Monats nach einem halben Jahr in der Schweiz nach Mozambique zurückkehrte, um das Projekt in Angriff zu nehmen. Jan startete in Südafrika (hierfür musste er zunächst einige Hürden am Züricher Flughafen umgehen, da man ihn ohne Rückflug in die Schweiz nicht ins Flugzeug lassen wollte…) und erledigte die ersten Materialeinkäufe in Nelspruit: Während er im Baugeschäft Schrauben und Muttern und alles mögliche zusammensuchte,klaute man ihm den Rucksack, in dem sich unter anderem seine Residenzkarte für Mozambique befand – dieser Umstand sollte ihm später an der Mozambiqueanischen Grenze noch einige Schwierigkeiten bereiten, denn ohne Papiere kein Passieren und endlose Diskussionen mit den Grenzbehörden, die ihn dann schliesslich am darauffolgenden Tag gegen Kauf eines neuen Visums doch noch hereinliessen ins gelobte Land.
Item. Innerhalb von zwei Tagen hat Jan alles Werkzeug für den Baubeginn erstanden und ist mit 14’000 Schrauben, 265 Meter Gewindestangen sowie 2400 Unterlagscheiben und Muttern – und etwas angeschlagenen Nerven – endlich in Tofo angekommen. Nun geht es los mit Anheuern der Arbeiter, Planung und Schaufeln. Wir sind gespannt auf die neuesten Infos und wünschen Jan und seinem Team, das bald noch durch einige nach Tofo reisende Schweizer Freunde verstärkt wird, viel Erfolg, Durchhaltewillen und Glück – von dem es immer auch noch eine Portion braucht, um ein derartiges Projekt in die Tat umsetzen zu können.

Für den Brückenbau wurden 265 Meter Gewindestangen, 14’000 Schrauben und 2400 Unterlagscheiben und Muttern eingekauft.

Projektidee
Das Brückenprojekt ist unser aktuelles Grossprojekt, das wir im Herbst 2012 vollenden möchten. Die Primarschule Phembane liegt hinter einem Sumpfgebiet und viele Schüler, Arbeiter, Fischer und Frauen, die Wasser transportieren, gehen jeden Tag durch den Sumpf, um nicht den weiten Umweg um den Sumpf herum auf sich nehmen zu müssen. In der Trockenzeit ist der schmale Pfad problemlos zu benützen, aber sobald etwas Regen fällt, gelangt niemand mehr trockenen Fusses auf die andere Seite, was aus hygienischer Sicht verheerend ist. Bei starkem Regen steht das Wasser gar auf Oberschenkelhöhe und höher. Für Kinder ist der Sumpfpfad dann unpassierbar. In Form einer Brücke oder eines Dammes soll ein ca. 200 Meter langer Bau die Überquerung des Sumpfes vereinfachen. Dabei darf der Sumpf aber nicht „verletzt“ werden: Das Sumpfgebiet ist ein wichtiger Wirtschaftszweig und Lebensader der lokalen Bevölkerung. In den Randgebieten werden Lebensmittel wie Manioka, Bananen und Papaya angepflanzt und das Schilf wird als Baumaterial für Wände und Dächer genutzt. Eine Trockenlegung käme deshalb nicht in Frage.

Vorbereitungen und Meinungsumfrage
Drei Ingenieurstudenten aus England erarbeiteten im Rahmen einer Projektarbeit im Jahr 2010 ein Realisierungskonzept und reisten nach Tofo, um die Situation vor Ort einzuschätzen. Zusammen mit Jan inspizierten sie den Sumpf und nahmen Bodenproben von Sand und von Zementsteinen. Zudem wurden einige Anwohner nach ihrer Meinung zum Projekt befragt, so der Schuldirektor, der Provinzdirektor des Schulwesens Inhambane und einige weitere Locals. Alle stimmten dem Projekt zu und sind überzeugt, dass eine solche Brücke den Menschen in der Region ihren Alltag sehr erleichtern würde.

Projektkosten und Finanzierung
Die Kosten für den Bau der Brücke belaufen sich nach Jans berrechnungen und Plänen auf ungefähr sFr. 40’000 und beinhalten Material, Maschinen, Transporte und Löhne für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Unser Verein versucht, dieses benötigte Geld zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2011 haben wir hierfür grosszügige Unterstützung erhalten: Neben den Spenden unserer Gönnerinnen und Gönner freuten wir uns einerseits über sFr. 5’000, die aus der „Engel“-Aktion der röm kath. Kirche in Möhlin resultierte und andererseits über einen Beitrag von sFr. 5’000 vom Gemeinnützigen Frauenverein Möhlin. Eine grossen Beitrag hat die Juseso Fricktal geleistet: Sie stellten im 2011 ihre Jugendarbeit unter das Motto „Helfen hilft!“ und haben zusammen mit den Jugendlichen sage und schreibe sFr. 22’244.15 gesammelt, die sie vollumfänglich unserem Projekt zugute kommen lassen.

Teststück der Brücke
Ende Jahr 2011 hat Jan zusammen mit acht Arbeitern ein Teststück aufgestellt. Anhand dieses Brückenstückes wird nun beobachtet, wie sich Holz und Konstruktion im feuchten, weichen Sumpfboden verhalten. Sie arbeiteten sechs Tage an dieser Konstruktion, schälten die Sambiri-Hölzer, gossen Betonblöcke und schütteten Sand auf. Der Wasserspiegel war tiefer als üblich, was für den Bau ideal war. So konnten sie tiefer graben als angenommen und die Fundamente tiefer im Boden verlegen, was für die Stabilität des Baus förderlich ist. Gearbeitet wird mit einheimischen Hölzern, den sogenannten Sambiri, und mit Tannenholz aus Malawi.

Mehr Bilder vom Bau des Brückenstücks gibt es in der Galerie.

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